Fischland-Darß-Zingst im Herbst

Ich muss zugeben, anfangs war ich etwas skeptisch was das Fischland-Darß-Zingst anging. Natürlich habe ich mich in Internet und bei Freunden die bereits dort waren erkundigt wie die Location dort so ist. Aber da ich Rügen bereits kennen gelernt hatte und ein eingefleischter Sylt Fan bin, konnte ich mir nicht vorstellen das es dort genügend Fotomotive geben sollte.

Was soll ich sagen, ich habe mich geirrt. Gut, der gewählte Zeitraum war auch pefekt, die Hirschbrunft war in vollem Gange, die Kraniche kamen gerade aus Skandinavien und Russland um Rast zu machen auf ihrer beschwerlichen Reise Richtung Afrika und das Wetter war auch noch sehr gut. Von daher war es die perfekte Reise um viele tolle Fotos zu machen.

Ich kann nur jedem empfehlen Ende September bis Anfang Oktober für ein paar Tage in die Gegend zu fahren. Die Tausende von Kranichen welche Abends zu ihren Schlafplätzen in die schützenden Bodden fliegen oder die brüllenden Hirsche auf der Suche nach der passenden Braut im nordlichen Darß, ein einmaliges Erlebnis das ich ab jetzt mit Sicherheit jedes Jahr wiederholen werde.

Es gibt auf der Halbinsel viele Highlights, ein paar davon sind für Naturfotografen besonders interessant. Dazu gehört der Darßer Urwald, der Weststrand, der nördliche Darß rechts vom Leuchtturm,die Darßer Ostküste und die südlichen Bodden Gewässer. Aber der Reihe nach.

Der Darßer Urwald
Der sehr ursprüngliche Wald mit seinem alten Baumbestand ist immer einen Besuch wert. Start ist am besten der Parkplatz „Drei Eichen“ kurz vor Ahrenshoop. Von dort aus hat gibt es verschiedene Wege den Wald zu erkunden. Von hier aus kommt man auch zum Weststrand. Dies ist gleichzeitig auch der Eingang zum Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Einfach den Hinweisschildern folgen und staunen. Idealerweise sollte das Wetter sonnig sein, da ansonsten die Belichtungszeiten im Wals rapide nach unten gehen. Ein Stativ oder lichtstarke Objektive sind auf jeden Fall Pflicht für brauchbare Aufnahmen. Das Gebiet ist  riesig groß, so dass man nur selten jemanden trifft und ganz in Ruhe fotografieren kann.

Der Darßer Weststrand
Auch hier ist der ideale Startpunkt der Parkplatz „Drei Eichen“ oder der nördliche Bereich von Ahrenshoop. Nach ca. 2 Kilometern erreicht man den Weststrand, mit den typischen Abbrüchen an der Küste und den vielen umgestürzten Bäumen die bis in die Ostsee reinragen. Denn hier reicht der Wald bis an die Ostsee heran, was in Deutschland wohl einmalig ist. Auch Möwen die in den fischreichen Gewässern ihre Nahrung suchen lassen sich hier sehr schön fotografieren. Mit etwas Glück schafft man es die Möwen mit Fisch im Schnabel abzulichten. Geduld zahlt sich aus.
Wer sich die Mühe macht den Weststrand einige Kilometer weiter nach oben zu wandern, stößt auf einsame und unberührte Kiefernwälder die vom Wind und Wetter der See geprägt sind. Mühsam aber lohnenswert.
Tipp: Stativ mitnehmen und Langzeitbelichtungen mit einem Graufilter (ND1000) der Küste und den umgestürzten Baumstämmen machen. Tausendfach fotografiert, aber immer wieder schön.

Darßer Ort
Im Nordwesten findet man den Darßer Ort mit seinem Leuchtturm. Für Naturfotografen aber viel interessanter ist der östliche Bereich um den Leuchtturm. Hier beginnt Ende September die Hirschbrunft und der Nationalpark hat viele Aussichtspunkte zu bieten, von denen sich die Hirsche gut beobachten lassen. Für brauchbare Fotoaufnahmen sollten allerdings mindestens 800mm Brennweite mit im Fotorucksack dabei sein.
Ein gute Ausgangspunkt für brauchbare Aufnahmen ist der Nothafen, von dort aus kann man einige Kilomter in Richtung Norden wandern und findet weitere Punkte von denen die Hirsche gut zu beobachten sind. Ein weiteres Highlight sind die Seeadler die in der Gegend vorkommen. Mit etwas Glück kann man die Adler auch von dort aus gut beaobachten. Nebenbei fotografiert man Kraniche, Kormorane, Möwen, Seeschwalben, Fischreiher und vieles mehr. Es lohnt sich auf jeden Fall.

Die Boddengewässer
Im Süden findet man die Boddengewässer. Viele kleine Inseln die komplett vom Wasser umschlossen sind, bieten Kranichen und anderen Vögeln Schutz. Von daher ist es kein Wunder das am Abend Tausende Kraniche die Insel Kirr südlich von Zingst anfliegen um einen geschützten Übernachtungsplatz zu finden. Bei gutem Wetter ein einmaliges und lautstarkes Spektakel. Die Bodden haben aber auch viel anderes zu bieten, Silberreiher, Fischreiher, Seeadler, Kormorane, Schwäne und vieles mehr.

Dieser Reisebericht bietet nur einen kleinen Einblick in die unglaublichen vielen Motive für Naturfotografen auf dem Fischland-Darß-Zingst. Ich zumindest war begeistert und werde jetzt regelmäßig dort Fotos machen. Für Interessierte nachfolgend noch einige Google Maps Links.

Parkplatz Drei Eichen

Darßer Weststrand

Leuchtturm Darßer Ort

Nothafen Darßer Ort

Ostküste Darßer Ort

Boddengewässer Kraniche am Abend